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Reicht es, den Radverkehr politisch zu fördern?

Logo Urban Cycling InstituteDas an der Universität Amsterdam angesiedelte  Urban Cycling Institute hat 2014 die Effektivität der holländischen Fahrradpolitik untersucht und festgestellt, dass Pro-Rad-Maßnahmen nicht alleine wirken. Starkes politisches Engagement, eine adäquate Radinfrastruktur und klare, überprüfbare und experimentierfreudige Strategien der Fahrradförderung sind zwar sehr wichtig, doch notwendig sind auch unbeliebte Maßnahmen zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, wie Verkehrsberuhigung, Stellplatz- und Fahrspurrückbau sowie eine ökologische Steuerpolitik, die Umwelt- und Gesundheitseffekte von Verkehr mitberücksichtigt.

Hier gibt es eine Zusammenfassung des Berichts auf Englisch.
Und hier den ganzen Bericht auf Niederländisch.

Das Urban Cycling Institute veranstaltet vom 18.7. bis 7.8. eine Sommerschule zum Thema „Planning the Cycling City“ – leider sind alle Plätze bereits vergeben, aber es gibt eine Nachrückerliste.
Infos/Programm

Gastbeitrag: Frust und Freuden

Mit Wohnmobil und Rad in Belgien und den Niederlanden unterwegs – ein Bericht aus Bewegungssicht von Nico Jungel


Umgebauter Krankenwagen, zwei Fahrräder hintendrauf. Los geht’s in Berlin, Ziel ist Boom in Belgien, ein Vorort der Stadt Antwerpen. Aber erst mal German Autobahn, mit 120 km/h rauscht der effizient genutzte Wagen, blablacar-Mitfahrer und sowieso zu siebt im Carsharing, in noch flachere und wesentlich windigere Gefilde.

Von Boom dann mit geliehenem Kleinwagen rein nach Brüssel. Der Brüsseler Verkehr erinnert an den europäischen Verwaltungsapparat: dicht und langsam. Und lückenlos. In Brüssel fährt man nicht Auto, man bewegt es von Zeit zu Zeit. Ein auffällig angezogenes Paar konnten wir nach einer Strecke von ca. fünf Kilometern wieder an unserem Auto vorbeilaufend, nein, -schlendernd!, ausfindig machen. Wir brauchen eine Stunde vom Stadtrand, bis das Auto geparkt ist.

Fahrradfahrer? Fehlanzeige. Hier und da mal wer in Signalmontur. Ein paar Tage später sitzen wir selbst auf dem Rad, und uns wird schnell klar, warum wir so ziemlich die Einzigen sind. Fahrradwege sind kaum vorhanden, zwischen und neben den Autos kommt man kaum durch, da diese selbst schon jeden halben Meter nutzen. In der Hackordnung stehen wir eindeutig unten. Dass das gesamte Stadtgebiet eigentlich Parkzone ist und somit nur Anwohnern und gebührenunempfindlichen Personen vorbehalten, bringt nichts. Es lärmt und hupt und macht überhaupt keinen Spaß, von der Stadt nehmen wir nur etwas wahr, wenn wir anhalten.

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